Mit eSIM über eine Landgrenze: was mit deinen Daten passiert
Mit dem Bus von Thailand nach Laos, mit dem Zug von der Türkei nach Georgien, mit dem Auto von Polen in die Ukraine. Wann deine eSIM das Netz wechselt, wann sie aufhört zu funktionieren und was du stattdessen kaufen solltest.
Beim Fliegen stellt sich die Frage gar nicht: Du landest, das Handy findet ein Netz, der Tarif deckt dieses Land ab. Über Land ist es anders. Das Netz wechselt, während du unterwegs bist, oft schon vor dem Grenzposten, und ein Tarif für ein Land hört einfach auf zu funktionieren.
Was das Handy an einer Grenze macht
Dein Handy behält das Netz, das es hat, bis das Signal zu schwach ist, und sucht dann ein anderes. In Grenznähe kann es sich viele Kilometer lang am Netz des vorherigen Landes festhalten oder zwischen beiden hin- und herspringen.
Das heißt zweierlei:
- Du kannst nach dem Grenzübertritt noch eine Weile Daten haben, und sie können plötzlich und ohne Vorwarnung wegfallen.
- Das Land, das dein Handy anzeigt, beweist nicht, in welchem Netz du bist. Schau auf den Namen des Netzbetreibers, nicht auf die Flagge.
Wenn dein Tarif nur ein Land abdeckt
Nach dem Grenzübertritt liefert der Tarif keine Daten mehr. Nichts geht kaputt, nichts wird dir berechnet: Die eSIM hat im neuen Netz keine Abdeckung, und du bist offline, bis du etwas tust.
Vor der Grenze erledigst du diese drei Dinge:
- Lade Offline-Karten der Gegend auf beiden Seiten herunter.
- Mach Screenshots vom Wichtigsten: die Adresse deiner Unterkunft, die Buchung, die Nummer von dem, der dich abholt.
- Entscheide, was du auf der anderen Seite nutzt, damit du nicht ohne Verbindung an einem Busbahnhof stehst und einen Tarif aussuchst.
Was du stattdessen kaufen solltest
- Einen Regionaltarif, wenn einer beide Länder abdeckt. Genau dafür sind Regionaltarife da, und es ist der häufigste Fall bei Reisen wie Thailand und Laos, Türkei und Georgien oder dem Balkan.
- Zwei Ländertarife, vorab installiert. Auf einem modernen Handy kannst du mehrere eSIMs installieren und beim Grenzübertritt wechseln, welche die Daten liefert. Beide zu Hause im WLAN zu installieren ist der ganze Trick.
- Einen Tarif mit mehr Tagen, als du brauchst, wenn du wieder zurück über die Grenze kommst. Die Gültigkeit zählt Tage, nicht Grenzen.
Die Schengen-Falle und andere Blöcke
Manche Gruppen wirken für Reisende wie ein Land, sind es für ein Netz aber nicht.
- Die Europäische Union ist für EU-Bürger, die mit ihrer SIM von zu Hause roamen, ein einziger Raum, aber eine Reise-eSIM, die für ein Land verkauft wird, bleibt ein Tarif für ein Land. Ein Europa-Regionaltarif ist der, der von Warschau bis Lissabon weiter funktioniert.
- Das Vereinigte Königreich liegt außerhalb des EU-Roamingraums, ein Europa-Tarif schließt es also vielleicht ein, vielleicht nicht. Prüf die Liste vor Calais.
- Über Land in ein Land mit eigenen Regeln, etwa China, lohnt sich doppeltes Prüfen, denn was dort funktioniert, ist nicht dasselbe wie nebenan.
Kurze Antworten
Wird mir etwas berechnet, wenn ich mich mit einem Netz verbinde, das mein Tarif nicht abdeckt?
Nein. Eine Prepaid-Reise-eSIM kann dir nichts berechnen, was du nicht gekauft hast: Sie hat dort einfach keinen Empfang. Deine SIM von zu Hause ist die, die dir etwas berechnen kann, und deshalb sollte Datenroaming auf ihr ausgeschaltet bleiben.
Wie erkenne ich, in welchem Netz ich bin?
Der Name des Netzbetreibers steht oben auf dem Bildschirm und in der Netzauswahl in den Einstellungen der eSIM.
Kann ich zwei eSIMs gleichzeitig installiert haben?
Ja. Moderne Handys halten mehrere Profile und lassen dich wählen, welches für Daten genutzt wird. Für Daten ist immer nur eines aktiv.